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Verfemt: Mein Vater Max Emendörfer | Jan Emendörfer

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Verfemt: Mein Vater Max Emendörfer | Jan Emendörfer

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Am 17. Januar 1942 schlägt sich klopfenden Herzens ein Deutscher im Raum Leningrad durch die Front. Die Vorstellung, in einer halben Stunde vielleicht bei der Sowjetarmee zu sein, beflügelt ihn sichtlich. In seinem 1972 vom Militärverlag herausgegebenen Buch schrieb er: „… ich sehe noch heute die verdutzten Gesichter der beiden Rotarmisten, als ich vor ihnen aus dem Schnee kroch und rief: „Genossen, ich bin kein Faschist, ich bin ein deutscher Kommunist!“

Jan Emendörfer hat die ganze Geschichte geschrieben. Ein ehrliches Buch, das von der Hybris der Macht zeugt und der Ohnmacht des Einzelnen, der sich ihr ausliefert und dann ausgeliefert ist.
– Ostsee-Zeitung

Die Recherchen von Jan Emendörfer lassen die bedrückenden Jahre der „Verwahrung“ dieses deutschen Kommunisten durch seine sowjetischen „Klassenbrüder“ durch viele Details anschaulich werden. Ohnmächtig steht der Verdächtige und Verfemte der Allmacht der Partei gegenüber.
– FAZ

Max Emendörfers Schicksal steht exemplarisch für die wechselvolle Geschichte der kommunistischen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik, ihren Kampf gegen den Nationalsozialismus – und das beharrliche Leugnen stalinistischer Verbrechen.
– Berliner Zeitung

Beschreibung

Am 17. Januar 1942 schlägt sich klopfenden Herzens ein Deutscher im Raum Leningrad durch die Front. Die Vorstellung, in einer halben Stunde vielleicht bei der Sowjetarmee zu sein, beflügelt ihn sichtlich. In seinem 1972 vom Militärverlag herausgegebenen Buch schrieb er: „… ich sehe noch heute die verdutzten Gesichter der beiden Rotarmisten, als ich vor ihnen aus dem Schnee kroch und rief: „Genossen, ich bin kein Faschist, ich bin ein deutscher Kommunist!“

Und 21 Jahre später dann dies: Der Briefumschlag mit den Zentralbildfotos, die jeden Tag an die Zeitungsredaktionen in den Bezirkshauptstädten der DDR versandt wurden, enthielt 1963 anläßlich des 70. Geburtstages des SED-Generalsekretärs und Staatsratsvorsitzenden ein Gruppenbild mit deutschen Antifaschisten, die auf sowjetischer Seite kämpften. Wer das Original nicht kannte, dem dürfte nicht aufgefallen sein, daß auf diesem Abzug zwischen Walter Ulbricht und Heinz Keßler zwei Personen wegretuschiert worden sind. Da die eine, die das betraf, in den 60er Jahren mit uns am Redaktionstisch der Halleschen „Freiheit“ saß, wußten wir darum.

Die Rede ist vom Kommunisten Max Emendörfer, Jahrgang 1911, Schuhmacher aus Frankfurt am Main, aktiv im illegalen antifaschistischen Widerstand, von der Gestapo gejagt und gefoltert, von Nazi-Richtern verurteilt, in die KZ’s von Esterwegen und Sachsenhausen verschleppt, dann freiwillig zum Fronteinsatz gemeldet und übergelaufen. Später erneut „Rückkehr an die Front“ (so der Titel seiner in den 70er Jahren erschienenen Erinnerungen) als Frontbeauftragter des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD), als einer, der den Krieg schnell beenden helfen wollte und doch erst elf Jahre nach dessen Ende wieder deutschen Boden auf Dauer betreten durfte.

Welcher Zusammenhang bestand zwischen der späten zweiten Heimkehr des Mannes, der als einfacher Soldat im September 1943 zu einem der Vizepräsidenten des NKFD gewählt worden war, und der Fotofälschung?

| Hans-Dieter Krüger,
von 1967 bis 1989 Chefredakteur der SED-Zeitung „Freiheit“ in Halle, in einer Rezension für das „ND“.

Zusätzliche Information

Gewicht 0.55 kg
Größe 14.8 × 21 × 3 cm

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